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Ameisen-Präparation

Für die Bestimmung von Ameisen ist eine gute Präparation unverzichtbar.

Die Bestimmung von Ameisen in Alkohol ist nur in Ausnahmefällen möglich, da:

  1. nur an trockenen Ameisen alle morphologischen Merkmale (z.B. Behaarung) gut sichtbar sind. Ameisen, die in Alkohol schwimmen, sind kaum in einer gewünschten Position zu fixieren. Das verhindert die genaue Inspektion von bestimmten Körperteilen und erschwert den direkten Vergleich mit anderen Individuen.
  2. bei einer Alkohol-Probe mit mehreren Individuen später nicht mehr nachzuvollziehbar ist, an welchem Individuum die Bestimmung gemacht wurde.
  3. die meisten morphometrische Messungen nur an präparierten Ameisen durchführbar sind.
  4. Beobachtungen der Ameisen in Alkohol erfordert eine ständige Manipulation der Tiere um diese in die gewünschte Position zu bringen, es besteht die Gefahr dass dabei Beine, Antennen oder andere Körperteile abbrechen. Das gilt vor allem für die Männchen.



Einige grundsätzliche Empfehlungen für die Präparation von Ameisen bzw. deren Aufbewahrung:

 

  • Die Tiere werden nicht direkt auf eine Nadel gespießt, sondern auf kleine Papier-Dreiecke geklebt. Das Mesosoma der Ameisen ist sehr dünn und bei vielen Arten sind Pronotum und Mesonotum noch gegeneinander beweglich. Bei einem Durchstechen des Mesosomas mit der Nadel, kann die Ameise leicht beschädigt werden und die Körperteile brechen auseinander. Die im entomolgischen Fachhandel geführten Papier-Dreiecke sind meist zu groß für die Präparation von Ameisen. Der Versandhandel BioQuip bietet Zangen an, mit welchen sich für die Präparation von Ameisen gut geeignete Dreiecke aus Papier ausstanzen lassen. Alternativ kann man natürlich auch selber zur Schere greifen und sich Papier-Dreiecke zurechtschneiden.

  • Auf ein Papier-Dreieck wird immer nur ein Tier geklebt.

  • Es sollte wasserlöslicher Kleber verwendet werden, damit man die Tiere später ggf. vom Papier lösen und neu präparieren kann.

  • Das verwendete Papier für die Etiketten sollte säurefrei sein. Für säurefreies Papier steht die DIN-Norm DIN ISO 9706. Sowohl für die Papier-Dreiecke als auch für die Etiketten ist etwas dickeres Papier besser (120 – 160 g/m²).

  • Es können mehrere Papierdreiecke auf eine Nadel platziert werden, möglichst nicht mehr als drei.

  • Ameisen die man nicht präpariert oder frisch gesammelt hat, lagern am besten kühl und dunkel in 75 – 95% Alkohol (Ethanol). Je höher die Alkohol-Konzentration ist, desto steifer werden die Gelenke der Tiere durch die Aufbewahrung im Alkohol. Die in Alkohol gelagerten Tiere dürfen nie austrocknen und eine Konzentration von 75% sollte nicht unterschritten werden. In den Alkohol-Röhrchen sollte keine Verunreinigungen wie Erde, Laub, Sand o. ä. sein.

Liste der benötigten Materialien:

  • Wasserlöslicher (Insekten-)klebstoff
  • Nadeln (No. 2)
  • Papier-Dreiecke
  • Papier und Tusche-Stift/Bleistift für die Etiketten
  • Stereomikroskop
  • Zwei bis drei ruhige Hände





Die eigentliche Präparation:

  • Die Ameise wird aus dem Alkohol genommen und auf ein Stück saugfähiges Papier gelegt, das den Alkohol schneller aufsaugt. Der Alkohol auf der Oberfläche der Ameisen muss vor der weiteren Präparation vollständig abgetrocknet sein. Bei großen Ameisen kann dies einige Minuten dauern.

  • Die Ameise wird nun auf die linke Seite gelegt, so dass der Kopf vom Präparator wegzeigt und die Beine nach rechts. Mit zwei Nadeln oder spitzen (Dumont) Pinzetten werden die Beine möglichst lang gezogen, und die Ameise möglichst gerade in einer Ebene ausgerichtet.

  • Die Spitze des auf einer Nadel steckenden Papier-Dreiecks wird in Kleber getaucht, überschüssiger Kleber wird entfernt. Die Menge des Klebstoffs richtet sich dabei nach der Größe der Ameisen. Meist reicht eine winzige Menge aus. Wird zu viel Klebstoff verwendet, bedeckt der dieser evtl. wichtige Körperteile oder verschmiert die Behaarung. Bitte nicht die Ameisen in einen viel zu großen Tropfen Klebstoff „ertränken“.





  • Unter dem Stereomikroskop wird nun die Ameisen auf der linken Seite mit einer Nadel oder spitzen Pinzette fixiert, während man von der rechten Seite die Spitze des Papier-Dreiecks an die untere Seite des Mesosomas klebt, idealerweise an die Coxen zweiten Beinpaares (oder zwischen das erste und zweite Beinpaar bzw. zweite und dritte Beinpaar). Es sollten in jedem Fall vermieden werden, den Petiolus zu verkleben.

  • Die Ameise sollte „flach“ auf der äußersten Spitze des Dreiecks aufliegen, d.h. die Körperlängsachse sollte nach Möglichkeit nicht nach rechts oder links geneigt sein. Eine einheitliche Orientierung der präparierten Ameisen einer Sammlung erleichtert den Vergleich von verschiedenen Individuen sehr. Dies gelingt nicht gleich bei den ersten Präparationsversuchen, doch auch hier gilt: Übung macht den Meister.

  • In der Regel gelingt es nicht sofort nach der Präparation Antennen, Beine und Gaster in die gewünschten Positionen zu bewegen. Das macht man am besten ca. einen Tag nach der Präparation, dann ist der Kleber auch schon so trocken, dass die Tiere nicht mehr von Papier-Dreieck rutschen.





Genau so wichtig wie eine gute Präparation der Tiere sind die Etiketten. Ameisen-Proben ohne Hinweis auf Fundort, Datum und Sammler sind für wissenschaftliche Zwecke wertlos. Zusätzliche Informationen zum Habitat und den Sammelbedingungen sind wünschenswert.

Alternativ gibt es noch weitere Präparations-Methoden. Seifert (1996) beschreibt eine weitere Methode, bei der die Tiere nicht auf Dreiecke sondern auf rechteckige Plättchen geklebt werden. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass die Tiere besser vor Schäden geschützt sind. Ein Nachteil ist, dass die Merkmale auf der Ventralseite nicht mehr sichtbar sind.





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